spoken word performance yasmo

Rendez-Vous – Schmerzen schmecken, Träume sehen
von YASMO

 

Schmerzen schmecken, Träume sehen,
Rendez-Vous
Begeben Sie sich, se rendre,
gehen Sie dort hin, rendez-vous
Treffen Sie sich!
Treffen Sie sich mal so richtig ins Herz,
Treffen sie mal ihres Nachbarns Schmerz,
Treffen Sie mal Ihren Traum von vor 20 Jahren,
Treffen Sie sich, in Städten, am Land, in der Nacht und am Tag
treffen Sie sich am Marktplatz,
treffen Sie sich mal auf Augenhöhe.
Achso tun Sie eh schon, ja klar,
soll ich ihnen jetzt sagen, dass ich glaube, dass wir das verlernt haben, oder soll ich da jetzt lieber eine Ruhe geben,
ja dann mögen sie mich von Anfang an nicht, wär ja deppat,
ich sag ihnen jetzt nicht, dass ich glaub, dass wir das verlernt haben
Ich sag ihnen jetzt nicht, dass ich doch seh, wie jede einzelne Person hier ihre eigenen Gedanken dazu hat, glaubt oder weiß, dass sie richtig liegt mit dem, was sie denkt, und die Augenhöhe nur zulässt, wenn das Gegenüber zustimmt
Das kann ich ihnen doch nicht sagen, und ich glaub, dass ich da richtig lieg, da stimmen Sie mir doch zu? Oder?
Treffen Sie sich mal, in einem ehrlichen Gespräch,
in einem echten Austausch, in einem: aha, glaub i ned, du schon, ja gut
Und halten Sie das mal aus.
Halten sie das mal fest,
dieses Flüchtige, dieses reibende unangenehme, das man gerne flüchten lässt
Treffen sich zwei Widersprüche, sagt der eine nein.
Treffen Sie mich – ich liebe schlechte Witze
Treffen Sie meinen Humor: dass ich glaub, dass Sie alle glauben, dass Sie richtig liegen in ihrer Ansicht und deswegen verlernt haben sich auf Augenhöhe zu begegnen, stimmt nicht so ganz
Ich kenn Sie ja gar nicht
Und Sie kennen mich nicht, woher sollen Sie denn wissen, dass ich sowas lustig finde?
Woher soll ich denn wissen, was Sie denken?
Sollen wir uns treffen?
Soll ich Ihnen von meinem Schmerz erzählen?
Wollen Sie meinen Schmerz schmecken?
Ist Ihnen das unangenehm?
Mein Schmerz, der einmal im Monat kommt,
es zieht, es tut weh, es schmeckt nach Blut, es nervt,
auch am Rücken nicht nur vorne,
Oder mein Schmerz, der eher mental ist, der irgendwie auch gut, ist,
wie soll ich das erklären? Ich bin seit einem Monat rauchfrei und das nach 20 Jahren jeden Tag ein Packerl,
aber da ist so ein Schmerz, so ein Verlust, und so viel Energie weil mein Blut noch nicht umgehen kann mit so viel Sauerstoff drinnen, ich mein ich bin ich eh stabil aber mit zu viel Energie, da ist so ein Schmerz, der das früher vermisst, als das Leben noch keine Konsequenzen hatte, wissen Sie?
Treffen Sie mich mit 16, große Träume, keine Konsequenzen, Tschik gewuzelt weil billiger, und wie sie mir gestanden haben,
Rauch einatmen, Rauch ausatmen, und dabei verdammt gut aussehen
Treffen Sie mich heute mit 35, wie ich allen, denen ich erzähle, dass ich aufgehört habe mit dem Rauchen, immer im nächsten Satz sagen muss: ich bin nicht schwanger
Treffen Sie mich, wie ich mir denke hä – kommentieren wir immer noch die Körper anderer Menschen?
Treffen Sie die Leute, die denken „Ja, das wars dann mit der Yasmo, wenn die mal ein Kind will“
Treffen Sie die Erwartungen, die schneller wachsen als jeder Bauch
Treffen Sie die Fragen, die nie gestellt werden sollten und trotzdem immer im Raum stehen
wie ein schlechter Geruch, den niemand anspricht, aber alle einatmen,
Wie kalter Rauch
Treffen Sie das gute alte Patriarchat
nicht als großes Wort aus einem Buch,
sondern als kleinen Reflex
als Unterbrechung
als „lass mich kurz erklären“
als „bist du sicher?“
als „das ist aber schon sehr emotional“
Treffen Sie es als: Postenschacher, als Hierarchie, als Dickpic,
als Größenwahn ob in rot-weiß-rot oder in orange,
Treffen Sie es, wie es sich überall festkrallt. Und immer wieder davonkommt.
Und halten Sie das mal aus.
Halten Sie das mal fest, auch wenn Sie es lieber flüchten lassen würden.
Treffen Sie
die Strukturen, die wir nicht eingeladen haben,
und die trotzdem schon am Tisch sitzen
das Patriarchat bestellt sich den nächsten Drink
und zahlt natürlich nicht selbst, das zahlen schon wir
Treffen Sie
den Neoliberalismus,
wie er Ihnen sagt
„du musst nur wollen“
während andere schon längst rennen
mit Vorsprung, mit Netz, mit doppeltem Boden
Treffen Sie
die Erschöpfung, die daraus wächst
dieses permanente Optimieren
dieses nie genug sein
Treffen Sie
den Gedanken,
dass vielleicht nicht Sie das Problem sind
sondern ein System,
das davon lebt, dass Sie sich so fühlen
Das sagt: bitte treffen Sie sich nicht!
Divide and conquer – wir kriegen mehr raus wenn wir euch voneinander isolieren!
Du bist allein für deine Zukunft verantwortlich
Du bist allein für dich zuständig!
Du bist allein!
Treffen Sie sich nicht!
Treffen Sie sich nicht in der Mitte, wir brauchen jetzt extreme!
Schmecken Sie ihren Schmerz, schauen Sie bitte nicht auf ihre Träume,
früher war alles besser und der böse Fortschritt macht alles schlechter
Treffen Sie
die alten Muster im neuen Gewand,
wie sie sich modern geben,
woke sprechen,
aber trotzdem entscheiden,
wer gehört wird und wer nicht
Treffen Sie
die Rechte, die lauter wird,
die sich breit macht in Köpfen und Kommentaren,
die einfache Antworten liebt
auf komplizierte Fragen
und die Angst verkauft
als wär’s ein Sonderangebot, 2 für 1, und das in Zeiten der Inflation
Treffen Sie
die Rechte, wie sie sich wieder einschleicht
nicht mit Stiefeln diesmal
sondern mit Memes
mit einem „man wird ja wohl noch sagen dürfen“
Treffen Sie
die Angst, die dahinter steht
und die Wut, die daraus gemacht wird
und den Applaus, den das plötzlich bekommt
Treffen Sie
uns alle
wie wir da sitzen
in unseren kleinen, perfekt eingerichteten Echokammern
wo’s immer ein bisschen nach uns selbst klingt
wo wir nicken
und uns verstanden fühlen
und gleichzeitig
immer weniger verstehenDu bist verbunden, du bist online
Aber du bist allein!
Komm ja nicht auf die Idee dich zu treffen, folgen sollst du, mögen sollst du, glauben sollst du,
Wir wollten die Kirche im Dorf lassen, aber sie steckt jetzt im Handy,
ja glauben sollst du, komm ja nicht auf die Idee das zu hinterfragen, das erschafft Reibung, das macht Konflikt, das wollen wir nicht,
Wir halten lieber unser Handy als etwas aus.
Und dann schauen wir die Welt an und merken – das stimmt was nicht!
Das spürt man doch! Der Neoliberalismus hat uns gelehrt, wie man multitasked und sich ausbeutet und Wachstum Wachstum Wachstum
Aber bei so vielen Krisen? System overload?
Treffen sich zwei Widerstände, sagt der eine “Ich nehm das allein nicht mehr hin und bring es nicht mehr weg“ sagt der andere „Treffen Sie sich.“
Treffen Sie
den Moment, in dem jemand etwas sagt
und es kratzt
und es reibt
und es passt nicht sofort
und laufen Sie nicht weg
bleiben Sie
Halten Sie das aus
dieses unangenehme
dieses nicht sofort Einordnen können
dieses „aha, so siehst du das also“
Treffen sich zwei Wahrheiten,
sagt die eine: „so nicht“
und die andere: „aber ich bin da“
Treffen Sie
den Konflikt
und behandeln Sie ihn nicht wie einen Unfall
sondern wie eine Einladung
eine Einladung
mehr zu hören
als die eigene Stimme
Treffen Sie sich
im Dazwischen,
im Nichtwissen,
im Aushalten
weil vielleicht
vielleicht ist das
die radikalste Form von Nähe,
die wir gerade haben können
die radikalste Form von Widerstand,
den wir leisten könnenTreffen Sie sich auf Augenhöhe und halten Sie einander aus. Gemeinsam in echt, und nicht online allein.
Es geht um Nähe, die wir verlernt haben
und um Distanz, die wir perfektioniert haben
Es geht um
Schmerz, der nicht nur privat ist
und Träume, die politisch sind
Es geht um
Körper, die kommentiert werden
und Stimmen, die unterbrochen werden
um
Strukturen, die bleiben
auch wenn wir sie nicht benennen
Es geht um
ein System, das trennt
und Menschen, die sich trotzdem treffen wollen
Es geht um
Konflikt
nicht als Störung
sondern als Möglichkeit
Es geht um
Aushalten
statt Ausweichen
Es geht um
Zuhören
ohne sofort zu antworten
Es geht um
das Dazwischen
das wir so schlecht aushalten
und so dringend brauchen
Es geht um
uns
Es geht nicht um das Zustimmen
sondern das Dableiben

 

Schmerzen schmecken
Träume sehen
und dazwischen:
nicht sofort gehen.

 

 

Art Walk & Talk

Besucht mit uns CINÉMATONS, MUSEUM IN PROGRESS & JULIA FRANK
→ MARKTPLATZ → NEUE GALERIE – Künstler*innen Vereinigung Tirol, Rennweg 1

 

 

 

 

 

 

Art Walk & Talk

Besucht mit uns CINÉMATONS, MUSEUM IN PROGRESS & JULIA FRANK
→ MARKTPLATZ → NEUE GALERIE – Künstler*innen Vereinigung Tirol, Rennweg 1

 

 

 

 

 

Exhibition museum in progress

raising flags ist ein Langzeitprojekt der Kuratoren Alois Herrmann und Kaspar Mühlemann Hartl von museum in progress, das seit 2023 an verschiedenen Standorten, u. a. in virtuellen Ausstellungsräumen online, auf internationalen Biennalen und Festivals, auf der Wiener Stubenbrücke sowie in Printmedien realisiert wird. Am Marktplatz markiert eine Installation mit sechs Künstler:innenflaggen den zentralen Standort von INNSBRUCK INTERNATIONAL als Ort des Dialogs und Diskurses – ein Zusammenkunft unter Bannern, die sich jeglicher nationalistischen Vereinnahmung entziehen. Die ausgewählten Flaggen stammen von Ghada Amer, No Empire Lasts Forever (2025); Minerva Cuevas, The Future Was Yesterday (2023); Shilpa Gupta, Ohne Titel (2023); Agnieszka Kurant, Flag of Stateless Nations (2023); Hans Schabus, Fahne zeigen (2023); und Sun Xun, Movement is always at rest (2023).

DJ Set: BC-A

Die Innsbrucker DJ BC-A lotet in ihren Sets die Grenzen von Techno zwischen perkussiven Grooves, Broken Beats, schweren Basslines und Ambient-Passagen aus. Sie spielte bereits in renommierten Venues wie Tresor Berlin, Corsica Studios London und Grelle Forelle Wien. Seit 2022 ist sie Mitglied des feministischen DJ-Netzwerks EAT und engagiert sich dort aktiv gegen geschlechtsspezifische Machtstrukturen im Nachtleben.

Performance Friend.shift Olivia und Farah

Farah Deen und Olivia Mitterhuemer verbindet eine langjährige, enge Freundschaft, gewachsen aus zahlreichen gemeinsamen Tanzerfahrungen. Seit mehreren Jahren verschränken die beiden Österreicherinnen ihre körperliche wie geistige Verbundenheit mit ihrer Leidenschaft für House Music und Tanz. Zentrale Inspirationsquelle ist dabei der House Step „Chase“ – auch als „Hurdle“ bekannt: Er prägt nicht nur ihre Bewegungsqualität, sondern spiegelt zugleich Themen wie Konsonanz, Harmonie und gegenseitiges Verständnis wider. In ihrem Werk Friend.shift begeben sie sich auf eine Reise durch unterschiedliche (Lebens-)Positionen und ein breites Spektrum an Bewegungsmustern – und eröffnen dabei neue Perspektiven und Ausdrucksformen.

 

Tanz & Choreografie: Farah Deen & Olivia Mitterhuemer, Musik: Kwamé Ba
Das Stück wurde unterstützt von POOL – Raum für Kultur St. Gallen (CH), Tanz*Hotel Vienna, CND Pantin (FR) & Bears in the Park (AT). Gefördert durch die Stadt Salzburg & Land Salzburg Kultur und Bildrecht.

Samstag Panel

INNSBRUCK INTERNATIONAL lädt zu einer besonderen Podiumsdiskussion ein. Im Zentrum steht die Frage, wie Kunstfestivals und Biennalen angesichts politischer Konflikte, wirtschaftlicher Umbrüche und der Klimakrise gesellschaftliches Engagement stärken können. Als temporärer Versammlungsort von Künstler:innen, Aktivist:innen, Expert:innen und Publikum geraten Biennalen selbst in den Fokus: Sind sie ein geeignetes Format, um auf diese Herausforderungen zu reagieren  – und welche konkreten Impulse kann zeitgenössische Kunst dabei setzen?
INNSBRUCK INTERNATIONAL hat Ekaterina Degot (Direktorin und Chefkuratoin steirischer herbst, Graz) und Katalin Erdődi & Aleksei Borisionok (Kurator:innen Biennale Matter of Art 2024, Prag) eingeladen, ihre Perspektiven und Erfahrungen einzubringen und die Diskussion für ein breites Publikum zu öffnen.

Reading Performance: MALINA by Ingeborg Bachmann (Suhrkamp Verlag)

„…eine Biographie ist ein zu weiches Bett für die Werke der Bachmann, und ein solches Bett steht uns nicht zu.“
E. Jelinek: Der Krieg mit anderen Mitteln, Über Ingeborg Bachmann

 

Der große Roman der großen Ingeborg Bachmann kommt am 1. Mai in einer ‚Reading Performance‘ mit Juliane Werner und Live-electronics von/mit Lens Kühleitner, eingerichtet von Sabine Mitterecker, bei INNSBRUCK INTERNATIONAL zur Uraufführung. MALINA fesselt und wühlt auf – ungebrochen – die Erfahrungen der literarischen Figuren hallen im heute wieder, im Schatten ihrer Abgründe ist das Ringen um die Schönheit einer Sprache immer präsent, die – wie Ingeborg Bachmann es formulierte – als ‚Platzhalter der menschlichen Stimme‘ an den Hoffnungen festhält, egal wie das Wort Zukunft buchstabiert wird. Weg mit dem Bild von der zarten, scheuen jungen Ingeborg Bachmann aus unseren Köpfen – wir feiern mit dem Abend ihren 100. Geburtstag! – volle Konzentration auf zeitgenössisch relevante große Literatur im außergewöhnlichen Format an der Schnittstelle von Lesung, Performance und Musik.

 

Rechte: Suhrkamp Verlag

 

Freier Eintritt, Sitzplatzreservierung unter info@innsbruckinternational.com

 

Workshop: OLIVIA MITTERHUEMER & FARAH DEEN

Farah Deen und Olivia Mitterhuemer sind freischaffende House-Tänzerinnen, Choreografinnen und Gründerinnen des international renommierten Salzburger Streetdance-Festivals Flavourama. Im Rahmen von INNSBRUCK INTERNATIONAL geben sie eine House-Dance-Workshop mit anschließendem Talk. Nach einer Einführung in die Geschichte und kulturellen Wurzeln des House stehen Groove, Basic-Steps und Cyphering als Raum für Improvisation und Austausch im Mittelpunkt; eine kurze Choreographie ergänzt das Training. Der folgende Talk bietet Einblicke in den künstlerischen Werdegang der beiden, ihre Festivalarbeit, internationale Netzwerke und nachhaltige Community-Praxis.

 

Freier Eintritt, Anmeldung unter info@innsbruckinternational.com

Workshop Isaac

Isaac Chong Wais Performance-Workshop Collective Individual Exercises untersucht durch Bewegung das Spannungsfeld zwischen Individuum und Kollektiv. In gezielten Übungen erforschen die Teilnehmer:innen persönlichen Ausdruck und gruppendynamische Prozesse, wodurch Momente von Verbundenheit und gemeinsamer Präsenz entstehen. Chong Wai, der in Berlin und Hongkong lebt und arbeitet, setzt sich in seiner künstlerischen Praxis mit queeren Identitäten, der Geschichte asiatischer Diaspora-Gemeinschaften sowie mit strukturellem Rassismus auseinander. Seine Arbeiten wurden international gezeigt, unter anderem auf der 60. Venice Biennale sowie der 14. Taipei Biennale.

 

Freier Eintritt, Anmeldung unter info@innsbruckinternational.com

18h Film Screening & Artist Talk: OLIVER RESSLER

Oliver Ressler realisiert Installationen, Projekte im öffentlichen Raum und Filme zu Themen wie ökonomischen Strukturen, Demokratie, Klimakrise, Rassismus, sowie Formen des Widerstands und gesellschaftlichen Gegenentwürfen. Einzelausstellungen führten ihn unter anderem an das National Museum of Contemporary Art (MNAC) in Bukarest, SALT Galata in Istanbul, das Museum für zeitgenössische Kunst in Zagreb, das Museo Espacio in Aguascalientes (Mexiko) sowie in das Belvedere 21 in Wien.
Im Rahmen von INNSBRUCK INTERNATIONAL präsentiert Ressler die Filme We Are the Forest Enclosed by the Wall (2025) und After the Barrage, the Deluge (2022). Im Anschluss findet ein Gespräch mit der freien Kuratorin Lorena Moreno Vera (Wien) statt.

 

We Are the Forest Enclosed by the Wall (2025)
Einkanal-4K-Video. Farbe, Ton. Italienisch mit englischen Untertiteln, 35:00 Min.
– Die „Custodi del Bosco d’Arneo“ (Wächter:innen des Arneo-Waldes) kämpfen für den Erhalt eines Gebiets ein, in dem durch Bakterien, wiederkehrende Dürren, versalztes Grundwasser und Waldbrände bereits Millionen von Olivenbäumen verloren gegangen sind.
 

After the Barrage, the Deluge (2022)
Einkanal-4K-Video. Farbe, Ton. Französisch, Arabisch und Englisch mit englischen Untertiteln, 28:00 Min.
– Der Film beleuchtet zwei Gegenden in Casablanca, in denen große Infrastrukturprojekte zu massiven sozialen Umwälzungen geführt haben.

 

 

Tickets: € 11,- / € 9,-
https://kupfticket.com/events/film-screening-artist-talk-oliver-ressler

Bustour Leann Di

Léann Herlihy spannt einen pädagogischen Bogen von den irischen Hedge Schools des 18. Jahrhunderts bis zu heutigen Schulausflügen und lädt Teilnehmer:innen zu einer Schulbusfahrt durch die alpine Landschaft ein. Die Reise führt aus dem urbanen Raum hinaus in die Berge und geht der Frage nach, inwiefern Durchhaltevermögen im Kontext eines gemeinschaftlich verstandenen Survivalismus polarisieren kann. Angelehnt an die Dramaturgie von Reality-Survival-Formaten erhält jede:r Pfadfinder:in von Ranger Herlihy ein partizipatives Drehbuch und übernimmt für die Dauer der Fahrt eine feste Rolle.
Zu den bisherigen Ausstellungen von Léann Herlihy zählen die 3. Toronto Biennale, die 40. EVA International Biennale in Limerick und das Tulca Festival of Visual Arts in Galway.

 

Tickets: € 20,- / € 15,-
https://kupfticket.com/events/performance-lann-herlihy-beyond-survival-school-bus-284

18h Film Screening & Artist Talk: CLEMENS VON WEDEMEYER

Clemens von Wedemeyer entwickelt Filme und Medieninstallationen im Spannungsfeld von Realität und Fiktion. Seine Arbeiten untersuchen  Machtstrukturen in sozialen Beziehungen, Geschichte und Architektur. Seit 25 Jahren prägt sein Interesse an Gruppendynamiken, Menschenmengen und ihrer Bildmacht seine künstlerische Praxis. Einzelausstellungen führten ihn unter anderem an das MoMA PS1 in New York, das Barbican Art Centre in London, die Kunsthalle Hamburg sowie das Kunstmuseum Luzern.
Im Rahmen von INNSBRUCK INTERNATIONAL zeigt von Wedemeyer die Filme Social Geometry (2024) und Surface Composition (2024). Im Anschluss spricht Chris Clarke, Kurator von INNSBRUCK INTERNATIONAL, mit dem Künstler.

 

Social Geometry (2024)
Einkanal-Video. Schwarz-Weiß, Animation, Ton. Englisch, 18:49 Min.
– ​​ Vor schwarzem Grund nehmen weiße Punkte immer neue, immer komplexere und immer fulminantere Formen an: Beziehungen zwischen Individuen, vernetzte menschliche Welten, soziale Geometrien.

 

Surface Composition (2024)
Einkanal-Video. Farbe, Ton. Englisch, 22:51 Min.
– Containerschiffe, Infrastrukturen der digitalen Wirtschaft, Minen und die urbane Landschaft des heutigen Kaliforniens, unterlegt mit dem Soundtrack des Improvisationsmusikers Zsolt Sőrés.

 

 

Tickets: € 11,- / € 9,-
https://kupfticket.com/events/film-screening-artist-talk-clemens-von-wedemeyer
 

Bustour Leann So

Léann Herlihy spannt einen pädagogischen Bogen von den irischen Hedge Schools des 18. Jahrhunderts bis zu heutigen Schulausflügen und lädt Teilnehmer:innen zu einer Schulbusfahrt durch die alpine Landschaft ein. Die Reise führt aus dem urbanen Raum hinaus in die Berge und geht der Frage nach, inwiefern Durchhaltevermögen im Kontext eines gemeinschaftlich verstandenen Survivalismus polarisieren kann. Angelehnt an die Dramaturgie von Reality-Survival-Formaten erhält jede:r Pfadfinder:in von Ranger Herlihy ein partizipatives Drehbuch und übernimmt für die Dauer der Fahrt eine feste Rolle.
Zu den bisherigen Ausstellungen von Léann Herlihy zählen die 3. Toronto Biennale, die 40. EVA International Biennale in Limerick und das Tulca Festival of Visual Arts in Galway.

 

Tickets: € 20,- / € 15,-
https://kupfticket.com/events/performance-lann-herlihy-beyond-survival-school-bus-264

11h Film Screening & Artist Talk: WENDELIEN VAN OLDENBORGH

Wendelien van Oldenborgh entwickelt Arbeiten, in denen sie das Medium Film sowohl als methodische Grundlage der Produktion als auch als zentrale Ausdrucksform unterschiedlicher Präsentationsweisen einsetzt. Das Drehbuch entsteht in Zusammenarbeit mit Akteur:innen aus unterschiedlichen Kontexten. Zu ihren jüngsten Einzelausstellungen zählen Präsentationen am YCAM in Yamaguchi, im Museum of Contemporary Art Tokyo, im CA2M in Madrid sowie im niederländischen Pavillon der 57. Biennale von Venedig.
Auf die Sondervorführung der Filme A Prelude (2024) und Sound Track Stage (2006–08) folgt ein Gespräch mit der Künstlerin, moderiert von Nina Tabassomi, Direktorin der Taxispalais Kunsthalle Tirol.

 

A Prelude (2024)

Einkanal-Video. Farbe, Ton. Japanisch, Spanisch und Englisch mit englischen Untertiteln, 34:00 Min.
– In Tokio versammelt sich eine kleine Gruppe queerer Menschen an zwei zentralen Orten des Protests und Widerstands gegen Autoritarismus. Sie ziehen umher und sprechen dabei miteinander über ihre Erfahrungen mit Widerstand und Kreativität.

 

Sound Track Stage (2006-08)
Einkanal-Video. Farbe, Ton. Niederländisch mit englischen Untertiteln, 23:05 Min.
– Bei einem öffentlichen Filmdreh im Museum Boijmans Van Beuningen in Rotterdam werden Paul Elstak, eine Ikone der Gabber-/Hardcore-Musikszene, und der Hip-Hop-DJ Mr. Wix dazu herausgefordert, ihre gegensätzlichen Positionen in der Musik auszuspielen.

 

 

Tickets: € 11,- / € 9,-
https://kupfticket.com/events/film-screening-artist-talk-wendelien-van-oldenborgh

Ausstellung Cinematons

Seit 2013 werden im Rahmen von INNSBRUCK INTERNATIONAL Tiroler Künstler:innen im Format der Cinématons porträtiert – One-Shot-Filmporträts im Super-8-Format, realisiert vom Künstler und Filmemacher Guillermo Tellechea. Tellechea greift damit ein von Gérard Courant Ende der 1970er-Jahre entwickeltes filmisches Konzept auf, in dem eine gefilmte Person in einem einzigen Take und für die Dauer von exakt 200 Sekunden etwas von der „Wahrheit ihres Wesens“ preisgeben kann (Courant, 1989). Die Aufnahmen entstehen ohne Inszenierung und ohne Eingriffe durch den Regisseur.
2026 erweitern die Musikerin Valerie Fritz sowie die Künstler:innen Alexandra Kontriner und Roland Maurmair dieses filmische Archiv der Cinématons.

 

 

Valerie Fritz  
6° Kreise erschließen Klang
Salzburg ist Salzburg, Wien ist Wien
Neugierige Hasen und Zimtschnecken

 

Alexandra Kontriner
Vaters beobachteter Nebel
Bus Fügung zur Spitze
Verlorene wiedergefundene Wege


Roland Maurmair
Hände halten dunkle Obsidiane
Natur überwuchert Schaltkreise
Der Menschen vergessene Geschichten

 

 

 

 

 

 

 

 

Ausstellung Julia Frank

Die Ausstellung entfaltet sich als räumliches Übergangsritual, das weniger erzählt als initiiert. Sie führt die Besucher:innen durch eine Abfolge von Schwellen – von Mund zu Dunkelheit, von Spiel zu Orakel, von Takt zu Blick und macht erfahrbar, wie Körper, Affekte und Technologien in Ordnungen eingespannt sind, die zurückblicken.

 

Am Eingang markiert eine großformatige Druckarbeit mit zwei sich begegnenden Mündern keinen Auftakt, sondern eine Handlung: Eine Zunge, die in den Mund des Gegenübers eindringt, steht zugleich für Sprache, Intimität und Macht, für Austausch wie für Invasion. Der Eintritt wird zur Passage durch einen Körper, eine Haut, eine Ordnung; Innen und Außen, Beobachtende und Beobachtete sind porös.

 

Im Dunkel des ersten Raums treffen Kinderstimmen auf ein eingeübtes Niemand, Angst erscheint nicht als individuelles Gefühl, sondern als kollektive Disziplinierung, als Affektregime. Kindheit wird zum Ort früher Einschreibungen, an dem Antworten, Rollen und Verantwortlichkeiten festgelegt werden, bevor ein Subjekt sich selbst artikulieren kann.

 

Im zweiten Raum wird das Kinderorakel Himmel & Hölle“ von KI-generierten Aussagen unterwandert. Aus einem Spiel wird ein Bild algorithmischer Autorität, in dem Wissen nicht neutral, sondern programmiert und interessengeleitet auftritt, als Weissagungsinstanz einer vorstrukturierten Zukunft. Gleichzeitig werden auf Pergamentleder projizierte Märchenbilder, urbane Spuren und Schrift zu Einschreibungen von Stigma, Scham und Zuschreibung; der Raum liest sich wie ein markierter Körper.

 

Der Weg kulminiert in einer Dirigent:innenfigur, deren Gesten einen unhörbaren Takt strukturieren und den Blick auf das Publikum zurücklenken. „Himmel“ & „Hölle“ erscheinen hier als Zustände von Sichtbarkeit, Kontrolle und Ausgeliefertsein. Die Ausstellung beansprucht keinen Außenstandpunkt, sondern legt ihre eigenen Lenkungen offen. Queerness fungiert als Methode des Dazwischen: Sie verschiebt binäre Ordnungen und macht den Ausstellungsraum als Apparat sichtbar, in dem Angst, Vertrauen und Kontrolle körperlich verhandelt werden, ohne beruhigende Auflösung, mit einer Frage, die im Raum bleibt.

 

verlängert bis 23.05.2026
Mi – Fr 12:00-17:00, Sa 11:00-15:00

 

Download Faltblatt

Artist Talk Julia Frank

Julia Franks Arbeiten bewegen sich zwischen Skulptur und zweidimensionalen Formaten und verbinden fotografische, zeichnerische, sowie druckgrafische Verfahren. Im Gespräch mit Chris Clarke, Kurator von INNSBRUCK INTERNATIONAL, spricht Julia Frank über ihre neue Ausstellung in der Neuen Galerie in Innsbruck.

Eröffnung DJ Set SanDaLe

SanDaLe vibes ist ein dreiköpfiges Kollektiv, dessen individuelle Einflüsse eine vielseitige musikalische Handschrift prägen. Ihre Sets bewegen sich zwischen groovigem House und treibendem Techno, klassisch tanzbar und zugleich neu interpretiert – stets mit einem Faible für Old-School-Sounds im neuen Gewand.

Live Fennesz

Der österreichische Musiker, Komponist und Klangkünstler Fennesz zählt zu den prägenden Persönlichkeiten der experimentellen Musik. In seinen vielbeachteten Soloarbeiten ebenso wie in Kollaborationen mit u.a. Ryuichi Sakamoto, David Sylvian und Jim O‘Rourke verbinden sich komplexe Klangkompositionen mit überraschender emotionaler Tiefe und körperlicher Präsenz.
Im Rahmen von INNSBRUCK INTERNATIONAL ist Fennesz in der Citykirche zu erleben. Dort eröffnet er einen Klangraum aus fragmentierter Gitarre und vielschichtig strukturierter Elektronik – eine unverwechselbare Synthese, in der Melodie, Geräusch und Struktur einander auf Augenhöhe begegnen.

 

Tickets: € 25,- / € 20,-

https://kupfticket.com/events/konzert-fennesz-mosaic

 

 

Performance Christian Falsnaes

Mit einer einmaligen Performance beim Goldenen Dachl in der Innsbrucker Altstadt verschiebt Christian Falsnaes die Rollen von Künstler und Publikum. Durch klare Anweisungen aktiviert er sowohl gezielt Teilnehmende als auch zufällige Passant:innen und macht ihre Reaktionen zum zentralen Bestandteil der Arbeit. So entsteht ein temporärer Handlungsraum, in dem soziale Dynamiken sichtbar werden und Fragen nach Macht, Teilhabe und Verantwortung unmittelbar erfahrbar sind.
Christian Falsnaes hat seine Arbeiten bereits in der Nationalgalerie Dänemarks, Kopenhagen, der Kunsthalle Wien, im Centre Pompidou, Paris sowie auf der Manifesta 11, Zürich, präsentiert.

 

Freier Eintritt, Anmeldung unter info@innsbruckinternational.com

Walking Concert Cousines Like Shit 21 Uhr

Cousines Like Shit ist das Wiener Duo Laura und Hannah Breitfuß. Mit ihrem „Avant Trash“-Sound zwischen Lo-Fi, Indie-Pop und Punk verhandeln sie Alltag und Eigenheiten mit scharfer Ironie und zweistimmigem Gesang.

 

Im Rahmen von INNSBRUCK INTERNATIONAL 2026 lädt Oliver Hangl – Performance- und Medienkünstler, Kurator, Stadtarbeiter und Urbanist aus Wien – zu seiner seit 2013 entwickelten Konzertreihe im Gehen ein, die österreichische Musiker:innen ebenso wie das Publikum buchstäblich auf die Straße(n) schickt. Die Walking Concerts eröffnen jedes Mal neue Routen durch öffentliche, mitunter auch private Räume der Stadt und erklären die Realität kurzerhand zum unkontrollierbaren Setting mobiler Konzertbühnen.

 

Tickets: € 20,- / € 15,-

https://kupfticket.com/events/walking-concert-cousines-like-shit-21h

 

 

 

Walking Concert Cousines Like Shit 18 Uhr

Cousines Like Shit ist das Wiener Duo Laura und Hannah Breitfuß. Mit ihrem „Avant Trash“-Sound zwischen Lo-Fi, Indie-Pop und Punk verhandeln sie Alltag und Eigenheiten mit scharfer Ironie und zweistimmigem Gesang.

 

Im Rahmen von INNSBRUCK INTERNATIONAL 2026 lädt Oliver Hangl – Performance- und Medienkünstler, Kurator, Stadtarbeiter und Urbanist aus Wien – zu seiner seit 2013 entwickelten Konzertreihe im Gehen ein, die österreichische Musiker:innen ebenso wie das Publikum buchstäblich auf die Straße(n) schickt. Die Walking Concerts eröffnen jedes Mal neue Routen durch öffentliche, mitunter auch private Räume der Stadt und erklären die Realität kurzerhand zum unkontrollierbaren Setting mobiler Konzertbühnen.

 

Tickets: € 20,- / € 15,-

https://kupfticket.com/events/walking-concert-cousines-like-shit-18h

 

 

 

Walking Concert Felix Kramer 21 Uhr

Felix Kramer ist ein Wiener Singer-Songwriter zwischen Indie, Chanson und Austropop, der klassisches Songwriting mit zeitgenössischen Sounds verbindet. Seine deutschsprachigen Songs sind präzise Selbst- und Alltagsbeobachtungen, in denen sich Düsternis und Leichtigkeit mit lakonischem Wiener Schmäh verschränken.

 

Im Rahmen von INNSBRUCK INTERNATIONAL 2026 lädt Oliver Hangl – Performance- und Medienkünstler, Kurator, Stadtarbeiter und Urbanist aus Wien – zu seiner seit 2013 entwickelten Konzertreihe im Gehen ein, die österreichische Musiker:innen ebenso wie das Publikum buchstäblich auf die Straße(n) schickt. Die Walking Concerts eröffnen jedes Mal neue Routen durch öffentliche, mitunter auch private Räume der Stadt und erklären die Realität kurzerhand zum unkontrollierbaren Setting mobiler Konzertbühnen.

 

Tickets: € 20,- / € 15,-

https://kupfticket.com/events/walking-concert-felix-kramer-21h

 

 

Walking Concert Felix Kramer 18 Uhr

Felix Kramer ist ein Wiener Singer-Songwriter zwischen Indie, Chanson und Austropop, der klassisches Songwriting mit zeitgenössischen Sounds verbindet. Seine deutschsprachigen Songs sind präzise Selbst- und Alltagsbeobachtungen, in denen sich Düsternis und Leichtigkeit mit lakonischem Wiener Schmäh verschränken.

 

Im Rahmen von INNSBRUCK INTERNATIONAL 2026 lädt Oliver Hangl – Performance- und Medienkünstler, Kurator, Stadtarbeiter und Urbanist aus Wien – zu seiner seit 2013 entwickelten Konzertreihe im Gehen ein, die österreichische Musiker:innen ebenso wie das Publikum buchstäblich auf die Straße(n) schickt. Die Walking Concerts eröffnen jedes Mal neue Routen durch öffentliche, mitunter auch private Räume der Stadt und erklären die Realität kurzerhand zum unkontrollierbaren Setting mobiler Konzertbühnen.

 

Tickets: € 20,- / € 15,-

https://kupfticket.com/events/walking-concert-felix-kramer-18h

 

 

Eröffnung Innsbruck International. Biennial of the Arts

Verleihung
INNSBRUCK INTERNATIONAL Special Recognition Award

 

Mit dem SPECIAL RECOGNITION AWARD hat INNSBRUCK INTERNATIONAL eine Plattform geschaffen, um aufstrebende Kulturschaffende mit Tirol-Bezug in einen internationalen Kontext zu stellen und sie in ihrer Weiterentwicklung und Profilierung zu unterstützen. Die Auszeichnung ermöglicht unter anderem die Produktion und Präsentation neuer Arbeiten.
Bisherige Preisträger:innen sind Heidrun Sandbichler (2016), Addie Wagenknecht (2018), Julia Rhomberg (2020), Michael Strasser (2022) und Sophie Gogl (2024). Der von der Biennale initiierte und von den Swarovski Kristallwelten gestaltete INNSBRUCK INTERNATIONAL SPECIAL RECOGNITION AWARD wird 2026 an die Künstlerin Julia Frank (*1988 in Silandro, lebt und arbeitet in Wien) verliehen.